Nöralterapi Logo

Türkçe

Sayfa Sonuna GitGeri Git

Grundsätze der Neuraltherapie

Vorwort

Ziel der neuraltherapeutischen Ausbildung ist es eine Sichtweise zu entwickeln, die für das aktuelle Geschehen verursachende bzw. übergeodnete Faktoren sowohl bei der Diagnosefindung, als auch beim Therapiekonzept berücksichtigt.

Letzlich soll die Ausbildung von monokausal symptomorientierten Denken hin zur vernetzten ganzheitlichen Wahrnehmung eines Geschehens führen. Im Vorfeld der Diagnostik geschieht das durch intensive Schulung der Aufmerksamkeit im Bereich der Anamnestik und Palpation. Im therapeutischen Bereich ist die Vermittlung verschiedener neuraltherapeutischer Anwendungstechniken inhaltlich Ziel der Ausbildung.

 

Methodik

Neuraltherapie ist eine auf dem Boden der Schulmedizin gewachsene, ganzheitlich orientierte Form von Regulationstherapie, und als solche alleine oder in Kombination mit allen herkömmlichen Therapieformen anwendbar.

Das Ziel neuraltherapeutischer Anwendungen ist die Normalisierung entgleister Regelvorgänge auf verschiedenen Ebenen. Als kausaltherapeutisch orientierte Methode sollen der Symptomatik übergeordnete, besonders chronisch belastende Faktoren ausgeschaltet werden Herd- und Störfeldgeschehen spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle.

Die Ausschaltung verursachender Faktoren durch gezielte Injektionen kleiner Mengen eines Lokalanaesthetikums schafft die Voraussetzung zur Normalisierung oder Verbesserung der körpereigenen Regulation. Spontane Symptomauslöschung (Sekundenphänomen nach Huneke) bzw. anhaltende Besserung von Funktionsstörungen und Schmerzen sind in diesem Konnex als Ergebnis der wiederhergestellten oder verbesserten körpereigenen Regulation zu betrachten.

Zur Behandlung werden in erster Linie 1%ige Lösungen von Lidocain oder Procain unter Anwendung verschiedener Techniken eingesetzt.

Auch bei primär erfolgreicher Behandlung ist eine umfassende diagnostische Abklärung Grundbedingung. Ihre Effizienz kann durch Kenntnis allgemein biokybernetischer Fakten und durch Beachtung der Vernetzung über das Grundsystem (Pischinger) und der Leit- und Schaltsysteme der Sensomotorik wesentlich gesteigert werden.

Für die Ganzheitsmedizin ist der Mechanismus der Körperregulation ein wichtiger Ausgangspunkt. Ist der Mensch gesund, reagiert sein Körper automatisch richtig. Bei Störungen kommt es zu einer überschießenden oder zu trägen Reaktion.

Das komplizierte Regulationssystem des menschlichen Körpers hat die Aufgabe sich fortwährend in möglichst kurzer Zeit und mit geringstem Energieverlust äußeren und inneren Zustandsgrößen anzupassen. Das ist die eigentliche Charakteristik des Lebens.

Ganzheitlich gesehen ist eine störungsfreie Vernetzung aller Organe, Muskeln, Nerven, des Bindegewebes und der Haut Voraussetzung für diese ständig fließenden Abstimmungsvorgänge. Ist die Vernetzung gestört, und der Körper nicht mehr in der Lage die verschiedenen Funktionen aufeinander abzustimmen, treten Symptome wie zum Beispiel Schmerzen auf, die mitunter weit von der Störquelle gelegen sein können.


Meist führt nicht nur eine einzige Ursache, sondern mehrere Faktoren zur Entstehung einer Krankheit. Ererbte Faktoren und Vorerkrankungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie familiäre und umweltbedingte Einflüsse. Der Krankheitsauslöser ist dabei ein Ereignis, das schon vorbereiteten Boden antrifft, sozusagen der Schritt von der unbemerkten Fehlregulation zur Funktionsstörung; die häufig mit Schmerzen verbunden ist. Jede länger anhaltende Funktionsstörung führt früher oder später zu Pathomorphologien, die dann wiederum häufig Starterfunktion in der Entwicklung neuer Beschwerdebilder haben.

Sowohl in der Akutmedizin, aber vor allem in der Behandlung chronischer Schmerzzustände, soweit diese nicht durch einen malignen Prozeß bedingt sind, können neuraltherapeutische Techniken auch zur Unterstützung der medikamentösen Therapie eingesetzt werden.

Bei der Behandlung funktioneller Beschwerden und Leidenszustände chronisch Kranker ist sie zum Teil der medikamentösen Therapie überlegen, und vor allem mit jeder anderen therapeutischen Maßnahme kombinierbar. Dabei ergeben sich neben der Verbesserung eigenregulatorischer Vorgänge eine Senkung des Medikamentenverbrauches und der damit verbundenen Nebenwirkungen.

 

Indikationen der Neuraltherapie

  • Alle vegetativ-nerval oder somatisch-nerval bedingten funktionellen Beschwerdebilder.
  • Bei rein funktionellen Störungen primär ohne weitere Zusatzmedikation.
  • Bei Vorliegen von Pathomorphologien als Adjuvans.
  • Bei chronischen Leidenszuständen als Adjuvanstherapie - nicht selten entscheidender Durchbruch durch Störfeldtherapie.

 

Kontraindikationen der Neuraltherapie

  • AV Block II und III und andere Überleitungsstörungen
  • Bradykardie, Herzmuskelschwäche III - IV
  • Überempfindlichkeit gegenüber Procain und Lidocain (sehr selten)
  • Myasthenia gravis

 

Grenzen der Neuraltherapie

  • Genetisch bedingte Erkrankungen
  • Psychogene Erkrankungen
  • Systemerkrankungen
  • Irreversible Schäden

Symptome, die durch pathomorphologische Veränderungen entstanden sind, können nur symptomatisch behandelt werden, dadurch ist aber zumindest eine Analgetikareduzierung möglich.


Neuraltherapeutische Techniken

In der Praxis ist die Kombination verschiedener Injektionstechniken die Regel. Dabei wird jeder Neuraltherapeut sein Konzept seinem jeweiligen Ausbildungsstand anpassen. Der Effekt der Therapie wird weniger von der Art der Technik abhängen, als von einer exakten Untersuchung und der daraus gewonnenen pathogenetischen Vorstellung. Auch einfache Techniken führen dann meist zum Ziel.

1. Lokaltherapie (Injektion an den Locus dolendi)

Unter “Locus dolendi Therapie” versteht man Ouaddelung, Infiltrationen und Setzen von praeperiostalen Depots im vom Patienten angegebenen Schmerzbereich.

2.Segmentale Therapie

Diese Techniken sind mit Abstand die häufigsten Therapieformen. Die Anwendung erfolgt nach Palpation von Cutis, Subcutis und Muskulatur im Bereich palpatorisch aktiver Maximalpunkte als Quaddelung, Infiltration aktiver Trigger und Setzen von praeperiostalen Depots.

3. Neurale Techniken Nervenstämme und Ganglien

In der täglichen Praxis kann das Repertoire an neuralen Techniken klein gehalten werden. In speziellen Situationen ist die lumbale Wurzelanaesthesie, die lumbale Grenzstranganaesthesie und die Epiduralanaesthesie indiziert. Sind andere Techniken indiziert, sollte eine Zuweisung zu einem Anaesthesisten erfolgen.

4. Intravenöse Applikation des Anästheticums

Zur Ergänzung der Störfeldtherapie, vor allem bei Beschwerdebildern bei denen vegetative Komponenten im Vordergrund stehen, erfolgt die intravenöse Applikation von 1-2 ml eines Lidocainpräparates, wobei auch eine kleine Menge perivasal injiziert wird.

5. Techniken an Substraten des Bewegungsapparates

Diese werden entsprechend dem Befund der Funktionsprüfung sowie der Palpation angewendet. Dazu gehören neben gezieltem Setzen von Ouaddeln, diverse Techniken zur Behandlung des Band- und Kapselapparates der Gelenke, Setzen von präperiostalen Depots, Infiltrationen von Band- und Sehnenansätzen, tiefe Bandtechniken sowie Triggerinfiltrationen.

6. Störfeldtherapie

Der Erkennung und temporäre Inaktivierung von Störfeldern durch Infiltration oder Umflutung kommt differentialdiagnostisch und therapeutisch ein besonderer Stellenwert zu. Durch Wegfall einer maßgeblich am Geschehen beteiligten permanenten Reizquelle kann der Körper in Eigenarbeit sein gestörtes regulatorisches Gleichgewicht wiederherstellen oder zumindest vorübergehend auf ein höheres Niveau bringen.

 

Prof. Dr. Dr. med. Hüseyin Nazlikul

Sayfa Başına GitGeri Git
0 (0)








Lütfen tüm alanları doldurun. Girdiğiniz bilgiler kesinlikle yayınlanmayacak, başka bir amaçla kullanılmayacaktır.



KARİPNETWORK